Porträt Foto von Ralph Gentner

Ausleben

Ein Porträt-Buch

Menschen zwischen 83 und 111 schauen auf ihr Leben zurück – und wagen den Blick nach vorne.

Von Mena Kost
Fotos: Annette Boutellier
Erscheint im März 2020 im Christoph Merian Verlag

Porträt Foto von Ralph Gentner «Ich würde noch Freunde einladen und Bier trinken. Oder Rotwein.»
Ralph Gentner, 87
Porträt Foto von Sofie Pfister Pfister-Odermatt «Der Tod ist kein Wolf, der am Waldrand steht und vor dem man Angst hat. Nein, der Tod ist etwas Unverdautes.» Sofie Pfister-Odermatt, 90
Porträt Foto von Monica Gubser «Man kann auch im Alter nicht stillstehen – es geht immer weiter, der Endlichkeit entgegen.» Monica Gubser, 1931 – 2019
Porträt Foto von Hesso Hösli «Es gibt Tote, die richtig glücklich aussehen. Bei denen denke ich manchmal, dass man auf dem letzten Zacken vielleicht noch einen Lichtblick hat.» Hesso Hösli, 88
Porträt Foto von Annie Akuamoa «Ein bisschen Angst vor dem Tod habe ich schon – jeder hat das. Aber es ist keine schwere Angst, ich lebe ja. Heute lebe ich!» Annie Akuamoa, 85
Porträt Foto von Margrith Bigler-Eggenberger «Sich vorzustellen, dass man nicht mehr da ist, ist ein recht happiger Gedanke, wenn man sich so richtig damit befasst.» Margrith Bigler-Eggenberger, 86
Fotos ©Annette Boutellier

Zum Buch

Wie möchten Sie am liebsten sterben? Fürchten Sie sich vor dem Tod? Wie gehen Sie mit ihren Verstorbenen um? Reden Sie mit ihnen? Kann man mit dem Tod Frieden schliessen?
Ein Bergbäuerin, ein Nobelpreisträger, eine Schau­spielerin, ein ehemaliger Verding­bub: Im Porträt­buch «Ausleben» erzählen 15 Frauen und Männer über 80 von ihren Gedanken, Ängsten und Hoff­nungen in Bezug auf ihren eigenen Tod. Sie erzählen aus ihrem Leben – und sagen, wie es sich anfühlt, nach vorne zu schauen.
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Der letzte Lebens­abschnitt stellt die Menschen vor grosse Heraus­forderungen: In Würde zu altern und schliesslich zu sterben ist eine Leben­end­aufgabe. Trotzdem – oder gerade deshalb – verliert der Tod für viele alte Menschen an Schrecken. Einige entwickeln sogar eine Art freund­schaftliches oder humor­volles Verhältnis zu ihm. Die Nähe zum Tod, gepaart mit der Lebens­erfahrung alter Menschen, ist berührend und inspirierend: Ein Buch für alle, die einmal sterben werden.

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Hintergrund

Der Umgang mit dem eigenen Tod ist etwas sehr Persönliches. Es ist nicht einfach, darüber zu sprechen, auch nicht mit Familien­angehörigen oder Freunden. Viele Junge trauen sich nicht, mit alten, ihnen nahe stehenden Menschen über Tod und Sterben zu reden. Weil sie sie nicht daran erinnern wollen, dass der Tod nicht mehr allzu weit ist. ...

Viele ältere Menschen hingegen schweigen, weil sie die Jüngeren nicht belasten wollen. Dabei wäre es beiden Seiten ein Bedürfnis (gewesen), darüber zu sprechen.
In «Ausleben» erzählen Frauen und Männer über 80, wie sie mit dem Tod umgehen. Es kommen ausschliesslich alte Menschen zu Wort, und nicht etwa auch junge, todkranke Menschen. Hier soll es um jenen Tod gehen, den sich die meisten wünschen: Der Tod nämlich, der irgendwann einfach anklopft – nach einem langen Leben. Es tut gut, über den Tod zu reden. Weil man ihn damit, zumindest ein Stück weit, gemein­sam akzeptiert. Weil solche Gespräche ein Gefühl der Zusammen­gehörigkeit befördern – als Menschen.
Wenn wir den Tod in der Gesellschaft verhandeln und die Heraus­forderungen, die er an uns Menschen stellt, anerkennen, dann verbindet er uns. Er erwartet uns alle. Die einen gehen voraus, die anderen kommen hinterher.

Inhalt

Das Porträtbuch «Ausleben» erscheint im März 2020 im Basler Christoph Merian Verlag. Es ist in Zusammen­arbeit mit der Berner Fotografin Annette Boutellier entstanden und enthält 15 Porträts in Text und Bild von Frauen und Männern im Alter zwischen 83 und 111 aus der Deutschschweiz. Das Buch hat rund 200 Seiten und etwa 60 Fotos. ...

Die Gespräche für dieses Buch haben zwischen Herbst 2018 und Herbst 2019 stattgefunden. Die Begegnungen mit den Porträ­tierten waren eine wunder­bare Erfahrung: Annette Boutellier und ich wurden überall freundlich und offen empfangen. Wir sind uns einig: Nie zuvor haben wir so viele zuverlässige, aufgeräumte und ehrliche Menschen zum Gespräch ge­troffen. Allen Porträ­tierten möchten wir ganz herzlich Danken – für die Zeit, den Mut und das Vertrauen.

Über die Autorin
Mena Kost (*1980) ist freie Journalistin und Autorin. Sie ist auf Porträts, Interviews und sozialpolitische Themen spezia­lisiert und schreibt Bücher für Kinder und Erwachsene. Sie lebt mit ihrer Familie in Basel.
Mehr über mich

Über die Fotografin
Annette Boutellier (*1966) arbeitet als frei­schaffende Fotografin, betreibt ein Atelier und reist für Zeit­schriften und Magazine, NGOs und kulturelle Organi­sationen durch die nahe und weite Welt. Sie lebt in Bern. www.annetteboutellier.com